Kann ich mich zufrieden essen? 

„Machen sie auch Tests, um eine eventuelle Laktoseunverträglichkeit, Bakterienfehlbesiedlung oder Mangelzustände nachzuweisen?“ So oder so ähnliche Fragen hab ich immer wieder bekommen. Meist geht es um ganz seltene Tests, die doch bitte endlich beweisen sollen, dass organisch etwas nicht stimmt. Oder ich werde gefragt, ob dieses Milchsäurebakterium besser ist als jenes. Bei genauerem Hinsehen, stellt sich heraus, dass kein Bakterium der Welt das Chaos im Leben dieses Menschen beseitigen kann. Eine Anruferin beschrieb das mal so „ Aber es muss doch was nachzuweisen sein, alles nur bitte kein Zusammenhang mit der Psyche…Daran glaube ich nicht.“  

Die Menschen sind dann enttäuscht, wenn ich das Testen und Messen verneine. Seitdem steht bereits in meinem Kontaktformular, dass ich keine Messmethoden anbiete. 

Natürlich ist jegliche Art von Diagnostik gut und notwendig, bevor ich mit der Therapie beginne. Nur muss ich das nicht machen. Es gibt eine Menge Kollegen, die das viel besser können und auch noch gerne machen. Genauso gibt es genug Ernährungsberater, die dir haarklein auseinanderklamüsern, was du wann wieviel essen musst.

Was meiner Ansicht nach fehlt, ist eine alternative Sicht auf die Problematik. Ich verstehe die Sprache der Laborwerte und Analysen. Und ich weiss, was ich warum ernährungstechnisch empfehle. Das allein greift jedoch zu kurz.

Wir schauen auf ein Symptom und vergessen den Menschen, den es betrifft. Dass der Bauch weh tut, wenn die Ernährung nicht stimmt – kann sein. 

Manchmal gibt’s jedoch schon nichts mehr zu optimieren, und trotzdem sind massive Beschwerden vorhanden.

Spätestens dann wird das WARUM aktuell. Warum muss dein Körper sich auf diese Art bemerkbar machen? 

Die Verbindung von Körper und Psyche ist längst wissenschaftlich nachgewiesen. Wir verhalten uns aber immer noch so, als wären Körper und Seele voneinander getrennt.

Die Frage ist: willst du dich auf diese Erkundung deines Innenlebens einlassen? Willst du dich wirklich spüren? Willst du wissen, was du tatsächlich brauchst (zusätzlich zu einer optimierten Ernährung)? 

Willst du für dich sorgen?

Diese ganz andere Sicht auf Krankheit erfordert auch eine andere Herangehensweise, die auf jeden Menschen angepasst werden muss. Das ist so individuell und einzigartig, wie du bist. 

Die Verbindung zwischen Körper und Psyche übersehen wir gerne, wohl weil wir instinktiv spüren, dass die Thematik dahinter viel größer ist und das es weh tun könnte, wenn wir beginnen, hinzuschauen. 

Übrigens funktioniert das in beide Richtungen. Wenn ich etwas esse, was ich nicht vertrage geht’s mir schlecht. Andererseits „spinnt“ die Verdauung, wenn ich unter Strom stehe, traurig oder wütend bin, oder mich mit Konflikten beschäftige, die ich nie gelöst habe.

Und da Verdauung so zentral für unseren Körper ist, können in der Folge Migräneattacken oder Gelenkschmerzen oder eine Vielzahl von Beschwerden auftauchen, die wir zunächst gar nicht mit Verdauung assoziieren.

Jetzt müssen wir nur noch rausfinden, wie und was du isst und wie dein Leben so läuft. Das Erste ist relativ einfach zu optimieren. 

Das mit dem zufriedenen Leben – na ja. Uns ist oft gar nicht bewusst, wieviel Dauerstress auf uns lastet. Damit meine ich nicht die nervigen Kleinigkeiten des Alltags, sondern eher die ständige Angst oder Wut, von der du nicht weisst, wo sie herkommen. Sie sind einfach immer da, so sehr da, dass du sie nicht mehr wahrnimmst und sozusagen „drumherum“ lebst. 

Stell dir vor, du bist innerlich ruhig und alles ist irgendwie gut so, wie es ist. Du bist zufrieden. Kennst du das Gefühl?

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